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Das Lachen und die Freude, die bleiben

Seifenblasen am Himmel schwebend
Rückführung erleben – wenn Freude, Nähe und Lachen im Inneren lebendig werden.

Rückführungen sind nicht nur tief.

Sie sind oft überraschend leicht – und voller Freude und Lachen.


Rückführungen sind kein Erinnern im klassischen Sinn und kein gedankliches Zurückgehen, sie sind ein vollständiges Eintauchen ins innere Erleben, so nah und so unmittelbar, dass man nicht mehr über Gefühle spricht, sondern mitten in ihnen ist, sie durch den Körper gehen lässt, sie atmet, sie lebt, und genau darin liegt diese besondere Schönheit, die viele Menschen tief berührt, weil sie spüren, wie gut es tut, wirklich zu fühlen, ohne Abstand, ohne Kontrolle, ohne Bewertung.

Es ist dieses Aufgehen im Gefühl, das alles verändert, wenn man sich als Kleinkind erlebt, vollkommen versunken im Spiel, so sehr im Moment, dass Zeit keine Rolle spielt, kein Außen existiert, kein Vorher und kein Nachher, nur dieses reine Tun, diese Selbstverständlichkeit des Daseins, diese Freude, die keinen Grund braucht, die einfach da ist, lebendig, warm, durchströmend, und oft entsteht dabei dieses echte, herzliche Lachen, weil die inneren Bilder so klar, so detailreich und manchmal so überraschend schräg sind, dass man staunend merkt, wie frei und leicht inneres Erleben sein kann, wenn man es nicht festhält.


Ein noch früherer Raum öffnet sich, der Mutterleib, ein Erleben, das sich kaum in Worte fassen lässt, weil es jenseits von Denken und Sprache liegt, reine Geborgenheit, Getragen-Sein ohne Bedingung, Wärme, Schutz und Sicherheit, kein Müssen, kein Wollen, nur Sein, ein Zustand, in dem Glück still und kraftvoll zugleich ist, und viele Menschen empfinden hier ein tiefes inneres Ankommen, ein sanftes Durchatmen, manchmal begleitet von Tränen, nicht aus Schmerz, sondern aus dem Erkennen, wie selbstverständlich dieses Gehalten-Sein ist.

Rückführungen öffnen auch Zugänge zu anderen Lebenszeiten, und genau hier geschieht oft etwas, das Erwartungen leise sprengt, weil selbst in Zeiten, die objektiv hart waren, Gefühle auftauchen, die davon unabhängig sind, Nähe, Verbundenheit, Freude, oft ein Lachen, oft unabhängig von den oft harten Lebensbedingungen früherer Zeiten, weil inneres Erleben nicht nur aus Umständen besteht, sondern aus Beziehung, aus gelebtem Moment, aus dem, was Menschen miteinander teilen.

Ein Herzstück solcher Erfahrungen zeigt sich in einer Szene auf einer Wiese an einem steilen Berghang, ich sitze dort als pubertierender Bursch im Gras, die Weite um uns, die Luft klar, der Boden unter mir spürbar, neben mir ein Mädchen mit langen, dunkelbraunen, geflochtenen Zöpfen, und für mich ist sie in diesem Moment unfassbar schön, ihre Augen, ihr Lächeln, ihre ganze Ausstrahlung ziehen mich an, wir lachen miteinander, scherzen über Kleinigkeiten, sagen Belangloses, und doch ist alles von Bedeutung, unsere Blicke treffen sich, bleiben hängen, werden ruhiger, tiefer, und ich bin so verliebt, so offen, so berührbar, wie man es nur in dieser Lebensphase ist, wenn Gefühle ungefiltert sind, groß, überwältigend und es fühlt sich vollkommen real an, so echt, als gäbe es nichts anderes als diesen Moment“. Mitten in diesem Erleben erkenne ich während der Rückführung, dass ich dieses Mädchen aus meinem heutigen Leben kenne, in einer völlig anderen Konstellation, und dieses Wiedererkennen legt sich wie eine zusätzliche Tiefe über den Moment, nicht erklärend, sondern fühlend, weil klar wird, dass Verbundenheit zeitlos ist, jenseits von Rolle, Alter oder Geschichte.


Ein anderes Herzstück öffnet sich viel stiller und wirkt gerade deshalb so tief, ich erlebe mich als kleines Kind in einer wüstenartigen Umgebung, sitze im Sand vor einem Zelt und spiele, ganz bei mir, ganz im Moment, und vor mir bewegt sich eine dünne, lange, bräunliche Schlange, sie schlängelt sich ruhig, zieht feine Muster in den Sand, hinterlässt geschwungene Spuren, und ich bin vollkommen fasziniert von ihrer Bewegung, von der Ruhe, von der Selbstverständlichkeit, mit der sie da ist, ich empfinde Freude, Staunen, Neugier, keine Angst, kein Zurückweichen, nur dieses offene Dabeisein, dieses kindliche Vertrauen, das nichts bewertet und nichts einordnet.

Was mich an dieser Szene bis heute zutiefst bewegt, ist der Mut dieses kleinen Kindes, dieses selbstverständliche Hinschauen, dieses ruhige Bleiben, dieses Vertrauen ins Leben, und während ich dieses Kind beobachte, wird mir mit einer stillen Klarheit bewusst: Das war ich, und dieser Mut ist nichts Fremdes, nichts Verlorenes, sondern etwas, das in mir angelegt ist, jenseits späterer Ängste, jenseits von Erfahrungen, die vorsichtig gemacht haben, und genau dieses Wiedererkennen berührt so tief, weil es zeigt, dass wir mehr sind als das, was wir im Laufe des Lebens über uns gelernt haben.

Auch die Natur wird in solchen inneren Räumen intensivst erlebt, der Wind ist nicht nur Wind, sondern Gefühl, der Boden nicht nur Boden, sondern Halt, Farben sind nicht einfach Farben, sondern Stimmung, Geräusche nicht Hintergrund, sondern Nähe, alles ist verbunden, eingebettet, lebendig, und manchmal ist es auch die Nähe eines geliebten Tieres aus einem früheren Leben, die so real spürbar wird, dass Wärme, Präsenz und dieses wortlose Verstehen den ganzen Körper erfüllen und ein Gefühl von Zuhause entsteht.


Und dann gibt es diese anderen inneren Räume, die sich manchmal öffnen und sich jeder klaren Beschreibung entziehen, weil sie weniger aus Bildern bestehen als aus Zustand, aus Weite, aus Sein, oft als Zwischenleben wahrgenommen, ein Erleben jenseits von Zeit, Rolle und Körper, getragen von einem tiefen Empfinden von Gehalten-Sein, von Freiheit ohne Richtung, von Geliebt-Sein ohne Gegenüber, ohne Bedingung, ohne Erwartung, ein Raum, in dem nichts fehlt und nichts gesucht wird.

Doch auch dieses Erleben folgt keiner Erwartung und keinem Willen, eine Rückführung ins Zwischenleben öffnet sich nicht weiter, als es im jeweiligen Moment innerlich möglich ist, und darin liegt ihre Weisheit, es gibt kein Nichterleben, kein Zu-wenig, kein Scheitern, sondern immer genau das, was gerade wesentlich ist, manchmal ist es dieses tiefe Heimkommen in Weite und allumfassende Liebe, manchmal stehen andere Ebenen im Vordergrund, Erkenntnisse über das aktuelle Leben, über Zusammenhänge, die sich über viele Leben hinweg zeigen, über Muster, Entscheidungen und Verbindungen, die plötzlich Sinn ergeben.

Manche Menschen erleben in diesem Raum weniger Gefühl und dafür ein tiefes inneres Wissen, ein stilles Verstehen, das nicht überwältigt, sondern ordnet, das Fragen beantwortet, bevor sie laut werden, und auch das ist zutiefst berührend, vielleicht leiser, vielleicht unspektakulärer, aber von großer Tragkraft, weil diese Einsichten im Alltag weiterwirken, Entscheidungen verändern, Beziehungen klären, den Blick auf das eigene Leben sanft verschieben.

Wie weit man in einer Rückführung ins Zwischenleben gehen darf, entscheidet nicht der Wunsch, sondern eine innere Weisheit, die schützt, sie zeigt keine Gefühle, die überfordern würden, und keine Wahrheiten, die zu früh kämen, alles geschieht in einem Maß, das integrierbar ist, tragend, stimmig, und genau darin liegt eine große Liebe, auch wenn sie sich nicht immer als solche anfühlt.


Und immer wieder ist da dieses Lachen, dieses echte, herzliche Lachen, das aus der Tiefe kommt, nicht oberflächlich, nicht ablenkend, sondern befreiend, weil es zeigt, dass sich etwas ordnet, dass Leben gefühlt wird, nicht bewertet, ein Lachen, das verbindet, das wärmt, das bleibt, selbst dort, wo das Leben schwierig war.


Was Rückführungen hinterlassen, ist kein Konzept und keine fertige Antwort, sondern ein inneres Wissen, wie schön es ist, in Gefühlen aufzugehen, zu lieben, zu lachen, verbunden zu sein, mitten im Erleben, mitten im Leben, getragen von der Erfahrung, dass all diese Empfindungen nicht vergangen sind, sondern in uns weiterleben.


Und vielleicht bleibt am Ende dieses sanfte Wissen, dass das Leben in seiner Tiefe gehalten ist und uns berühren will.

Und vielleicht dürfen wir im jetzigen Leben einfach öfter innehalten, lachen, Freude zulassen, uns dem Spaß hingeben, wenn er auftaucht, ohne ihn zu erklären oder festzuhalten, sondern ihn zu genießen, solange er da ist, weil genau diese Augenblicke es sind, die das Leben weich machen und uns von innen her nähren.


© 2025 Isabella Hierzegger. Alle Rechte vorbehalten. Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Jede Form der Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung – auch auszugsweise – ist ohne ausdrückliche schriftliche Zustimmung der Urheberin nicht gestattet.










Rechtlicher Hinweis: Die in diesem Beitrag beschriebenen Erfahrungen beruhen auf subjektivem innerem Erleben und stellen persönliche Wahrnehmungen dar. Rückführungen sind ein spiritueller Selbsterfahrungsprozess und ersetzen keine medizinische, psychotherapeutische oder psychiatrische Diagnose oder Behandlung. Es werden keine Heilversprechen gegeben.

 
 
 

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