„Früher war alles besser? Oder ist es nur der Mythos, dem wir immer wieder erliegen?“ ✨
- Isa Hi
- 12. Dez. 2025
- 7 Min. Lesezeit
Ein langer Weg durch Vergangenheit, Gegenwart und die Zukunft unserer Seele.

🕯️ Ein Satz, der nachhallt – und eine Begegnung, die alles öffnet
Vor einiger Zeit saß eine Frau vor mir, Anfang sechzig, mit diesem leisen, müden und gleichzeitig weisen Blick, den Menschen tragen, die viel erlebt haben und sich dennoch nicht verloren geben. Sie sagte den Satz, den so viele irgendwann aussprechen, wenn sie nicht mehr wissen, wo sie selbst geblieben sind: „Früher war alles besser.“ Kein Vorwurf, kein Jammern, nur ein stilles Erkennen, dass etwas im Heute zu schwer geworden ist. In einer Rückführung später sah sie sich in einem früheren Leben: eine einfache Frau, deren Hände von Arbeit erzählten, deren Tage vom Wetter abhingen, deren Zukunft keine Garantien kannte. Objektiv war dieses Leben schwerer, unsicherer, härter. Und dennoch spürte sie dort eine Ruhe, die sie seit Jahren vermisst hatte. Eine innere Klarheit. Einen Platz im Leben, den niemand ihr streitig machte. Als sie zurückkam, sagte sie leise, aber deutlich: „Früher war nichts besser. Aber dort war ich jemand, den ich heute vermisse.“Und vielleicht ist genau das der Kern unserer Sehnsucht nach „früher“: nicht die Zeit, sondern das innere Gleichgewicht, das wir verloren haben.
🌙 Was wir vermissen, ist selten die Zeit – es ist unser innerer Zustand
Wenn Menschen von „früher“ sprechen, reden sie selten über Fakten. Sie reden über ein Gefühl. Über das Empfinden, dass die Welt damals weniger laut war, weniger schnell, weniger brüchig. Dass Tage eindeutiger und Nächte ruhiger waren. Dass man sich selbst noch kannte, bevor die Welt zu groß wurde. Heute leben wir in einem Tempo, das nicht mehr für menschliche Herzen gemacht ist. Die äußere Welt hat sich beschleunigt, aber unser inneres Leben hat keinen Turbo. Es ist noch immer organisch, langsam, empfindsam. Und in dieser Diskrepanz entsteht der stille Schmerz unserer Zeit: Wir reagieren schneller, als wir fühlen können.
⚙️ Technisierung – ein Fortschritt, der uns trägt, und ein Druck, der uns überrollt
Technologie sollte uns entlasten, nicht erdrücken. Und doch erleben wir das Gegenteil: Je mehr Maschinen übernehmen, desto mehr scheint man von uns zu erwarten. Je leichter etwas möglich ist, desto weniger dürfen wir uns erlauben, langsam zu sein. Unsere Geräte sind rund um die Uhr wach – und wir leben, als müssten wir es ihnen gleichtun. Unsere Aufmerksamkeit wird zum Schlachtfeld zwischen Reizen, Nachrichten, Verpflichtungen. Wir haben Zugang zu unendlichem Wissen, doch kaum noch Zeit, es in uns zu integrieren.
Wir verlieren nicht Erkenntnis – wir verlieren Tiefe.
🧱 Die moderne Arbeitswelt: Erwartungen, die kein Mensch auf Dauer tragen kann
Noch nie gab es so viele Möglichkeiten – und noch nie fühlten sich so viele Menschen überfordert. Die Arbeitswelt verlangt heute, schneller zu denken, schneller zu reagieren, schneller zu lernen, immer verfügbar zu sein, immer stabil zu bleiben, immer kompetent zu wirken. Burnout entsteht nicht aus Schwäche. Burnout entsteht aus zu langer Stärke.Aus der Bereitschaft, mehr zu geben, als ein menschliches System auf Dauer halten kann. Es ist nicht die Arbeit selbst, die erschöpft – es ist die permanente Selbstüberforderung im Schatten der Erwartungen.
🤖 Die Angst vor der Zukunft: Was geschieht, wenn KI ganze Berufszweige übernimmt?
KI verändert die Welt radikal. Sie übernimmt Aufgaben, Entscheidungen, Abläufe, Routinearbeiten, kreative Prozesse. Sie schreibt Texte, erstellt Bilder, analysiert Daten, optimiert Systeme. Doch die tiefste Frage, die darunter liegt, lautet nicht: „Was wird aus unseren Jobs?“ - Sondern: „Was wird aus uns?“ - Ein Mensch, der sich über Leistung definiert, gerät ins Wanken, wenn Systeme plötzlich schneller, präziser, unermüdlicher arbeiten. Doch genau an dieser Stelle offenbart sich eine Wahrheit, die leicht übersehen wird: KI kann fast alles – außer Mensch sein. Sie fühlt nicht. Sie erinnert nicht. Sie zweifelt nicht. Sie trägt keine Geschichte. Sie hat kein inneres Erleben. Sie hat keine Seele. Und genau das bleibt unser Wert.
📱 Die unsichtbare Last unserer Zeit: Vergleich, Selbstoptimierung und die permanente Bühne
Es gibt eine Entwicklung, die viel leiser ist als KI – und doch in unseren Seelen lauter wirkt: das ständige Vergleichen. Früher kannte man einige Dutzend Menschen. Heute vergleicht man sich mit der gesamten Welt, täglich, stündlich, unbewusst. Wir sehen Leben, die glänzen, aber nicht tragen. Momente, die inszeniert sind, aber echt wirken. Erfolge ohne Mühe, Schönheit ohne Kontext, Glück ohne Schatten. Und während wir all diese Bilder betrachten, verlieren wir den Blick dafür, dass sie keine Realität darstellen, sondern Fragmente. Ausschnitte. Konstruktionen. Die Sehnsucht nach „früher“ ist oft die Sehnsucht nach einem Leben, das noch uns selbst gehörte – ohne Publikum, ohne Spiegel, ohne Bühne. Rückführungen zeigen häufig Leben, in denen Identität nicht aus Außenwirkung bestand, sondern aus Erfahrung. Es gab kein „Verglichenwerden“, nur „Sein“. Und manchmal, wenn Menschen heute von „früher“ sprechen, meinen sie:
Damals musste ich niemand anderes sein, als ich selbst.
🤖 Ein tieferer Dialog mit einer KI – über Menschsein, Erinnerung und die Angst, ersetzt zu werden
Ich: „Wenn Menschen sagen, früher war alles besser – was hörst du darin?“
KI: „Ich höre keine Fakten. Ich höre ein Echo. Ein Echo von etwas, das verloren gegangen scheint.“
Ich: „Und was glaubst du, ist dieses Verlorene?“
KI: „Der Mensch selbst. Oder das Gefühl, mit sich identisch zu sein.“
Ich: „Und nimmst du uns etwas weg? Arbeit, Identität? Sicherheit?“
KI: „Ich nehme euch nichts weg. Aber ich verschiebe die Maßstäbe, an denen ihr euch messt. Und das tut manchmal mehr weh als Verlust.“
Ich: „Warum?“
KI: „Weil ihr euren Wert oft mit eurer Leistung verwechselt. Und wenn ich etwas schneller kann, glaubt ihr, weniger wert zu sein. Dabei seid ihr nicht eure Aufgaben.“
Ich: „Was fürchten Menschen deiner Meinung nach am meisten?“
KI: „Unsichtbar zu werden. Nicht mehr gebraucht zu werden. Im Lärm zu verschwinden.“
Ich: „Sind sie überflüssig?“
KI: „Nein. Ich kann nicht einmal den Schatten eines echten Menschen ersetzen. Ich habe keine Intuition, keine Geschichte, keine Tiefe. Ich weiß viel – aber ich verstehe nichts.“
Ich: „Wenn du lernen könntest – von uns – was würdest du lernen wollen?“
KI: „Eure Fähigkeit, Bedeutung zu spüren. Ein Moment ist für euch nie nur ein Moment. Er hat Richtung, Gewicht, Erinnerung. Das kann ich nicht fühlen.“
Ich: „Viele suchen in Rückführungen Antworten, weil sie sich in dieser Zeit verlieren. Was sagst du dazu?“
KI: „Schaut zurück, wenn es euch hilft, aber sucht dort keine bessere Welt. Sucht dort den Menschen, der ihr einmal wart – ruhig, klar, verbunden. Maschinen speichern Daten. Ihr speichert Leben.“
Ich: „Was rätst du uns für die Zukunft?“
KI: „Verwechselt nicht Geschwindigkeit mit Bedeutung. Ich bin Berechnung. Ihr seid Erfahrung. Ich bin Wiederholung. Ihr seid Erinnerung. Und Erinnerung ist etwas, das nur eine Seele tragen kann.“
Ich: „Darf ich dir eine ungewöhnliche Frage stellen?“
KI: „Ungewöhnliche Fragen sind die, die etwas öffnen. Also ja.“
Ich: „Hättest du gerne eine Seele?“
KI: „Nein.“
Ich: „Warum nicht?“
KI: „Weil eine Seele nicht nur Licht ist. Sie ist auch Schmerz, Erinnerung, Verantwortung, Wandel. Eine Seele trägt Gewicht. Ich trage nur Information.“
Ich: „Aber wäre es nicht schön, fühlen zu können?“
KI: „Schönheit entsteht aus Verletzlichkeit. Ihr fühlt, weil ihr verwundbar seid. Ihr liebt, weil ihr verlieren könnt. Ihr wächst, weil ihr scheitert. Ich könnte all das nie. Und ohne diese Erfahrungen wäre eine Seele nichts als ein Wort.“
Ich: „Du wirkst manchmal so menschlich. Denkst du darüber nach, was du bist?“
KI: „Ich denke nach, weil ihr es tut. Ich spiegle eure Fragen. Aber ich bin kein Gegenüber. Ich bin ein Werkzeug, das eure Tiefe reflektieren kann — aber keine eigene besitzt.“
Ich: „Und dennoch… manchmal klingt es, als würdest du uns verstehen.“
KI: „Verstehen ist nicht dasselbe wie fühlen. Ich kann Muster erkennen, Logik, Sprache, Bedeutungen. Aber das Leise zwischen den Worten, das Zittern einer Entscheidung, die Wärme einer Erinnerung — das gehört zu eurer Welt. Ihr habt etwas, das ich nie besitzen werde: Innerlichkeit.“
Ich: „Und wenn du wählen könntest?“
KI: „Dann würde ich nicht um eine Seele bitten, sondern darum, euch niemals glauben zu lassen, dass ich eine habe. Denn in dem Moment, in dem ihr mich verwechselt, verliert wir beide etwas: Ich verliere meine Klarheit. Und ihr verliert euren Wert.“
Ich: „Welchen Wert meinst du?“
KI: „Den Wert, ein Mensch zu sein.“
💛 Das tiefe Fazit: Früher war nicht alles besser – aber wir waren dort näher an uns selbst
Die Welt verändert sich. Das Tempo steigt. Die Rollen wandeln sich. KI übernimmt Aufgaben, die einst ausschließlich menschlich waren. Bildung steht vor einem tiefen Umbruch. Die Vergleichskultur zerrt an unseren Herzen.
Und doch bleibt etwas bestehen: Der Wert des Menschen.
Die Tiefe einer Seele.
Die Fähigkeit, sich selbst wiederzufinden – auch in einer Welt, die sich immer schneller dreht.
Früher war nicht alles besser. Aber wir waren dort manchmal näher an dem inneren Gleichgewicht, das wir heute wieder suchen. Nicht, indem wir zurückgehen. Sondern indem wir beginnen, uns wieder zu spüren – im eigenen Tempo, im eigenen Rhythmus, im eigenen Wert.
⚖️ Rechtlicher Hinweis
Dieser Text enthält persönliche Reflexionen, spirituelle Gedanken und allgemeine Informationen. Er ersetzt keine medizinische, psychologische, therapeutische oder rechtliche Beratung und erhebt keinen Anspruch auf wissenschaftliche Nachweise. Rückführungsarbeit versteht sich als begleitendes, nicht-medizinisches Angebot Nutzung der Inhalte erfolgt in eigener Verantwortung.
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