Glück in echt
- Isa Hi
- 8. Nov. 2025
- 10 Min. Lesezeit
Wie Glück im Alltag Wurzeln schlägt.

🎥 Ankommen im Jetzt
Das Wasser rauscht, der Spiegel beschlägt, die Welt wird weich am Rand. Du drehst das Wasser ab, legst das Handtuch auf den Beckenrand, schaust in den beschlagenen Spiegel. Einmal tief ein, langsam aus, der Finger zieht eine klare Linie ins Glas. In diesem Umschalten beginnt Glück: nicht als Leistung, sondern als Landung. Keine Bühne, nur Körper. Glück ist die Wärme, die sich ausbreitet, wenn du wirklich da bist – spürbar an ruhigeren Händen und einem weicheren Blick. Glück ist kein Beweisstück und keine Pose. Glück ist Körperwärme im Jetzt; ein Atemzug, der tief genug ist, um anzukommen; ein Blick, der gehalten wird; ein leises „Ich bin da“, das nichts rechtfertigen muss. Wenn Wahrnehmung weich wird und Sinn ins Herz rutscht, entsteht Boden unter den Füßen.
Und genau dort, im Stillwerden, zeigt sich Glück ohne Bühne – nicht für andere, sondern für dich.
📵 Kein Posing: Glück ohne Publikum
Glück ist kein Schaufenster. Es will nicht glänzen, es will gehört werden – von innen. Nicht posten, posen, performen, sondern landen. Die wärmsten Momente sind oft die ungesehenen: die ersten Schneeflocken des Jahres auf deiner Jacke, der Sternenhimmel, der dich still werden lässt, das lang ersehnte Ziel, das du erreichst und einen Herzschlag lang nur atmest, die Zeit mit Menschen, die du liebst – ein Blick, der hält, ein Lachen, das nachklingt, ein Neugeborenes im Arm, das dich ganz leise macht. Kein Beweis, keine Zeugen. Nähe statt Nummern. Wahr statt laut. Wenn das Handy kribbelt, leg es für eine Minute weg, eine Hand aufs Brustbein, vier Züge ein, sechs aus. Frag dich leise: „Teile ich, um mich zu verbinden – oder um mich zu beweisen?“ Wenn es Verbindung ist, teile. Wenn es Bestätigung ist, behalte den Moment bei dir – aus Würde.
Kleine Regel: Ein Glücksmoment pro Tag bleibt unveröffentlicht. Er gehört nur dir – wie ein innerer Talisman. Glück wächst nicht im Applaus, sondern in der Anwesenheit.
🧭 Ikigai · 🍂 Wabi-Sabi · 🌶️ Wasabi – Richtung, Weite, Wahrheit
Ikigai nennt den Boden unter deinen Füßen – nicht die glänzende Version von dir, sondern die stimmige: was du liebst, was du kannst, was gebraucht wird und was dich erfüllt; Ikigai fühlt sich an wie ein ruhiges Ziehen am Morgen, das nicht hetzt, sondern trägt.
Wabi-Sabi gibt diesem Ziehen Tiefe: Einverständnis mit dem echten Leben – unvollkommen, vergänglich, unfertig und schön; ein Krug mit feinem Riss, Holz mit Spur, ein Gesicht, in dem Zeit liegt; Wabi-Sabi nimmt den Druck aus Perfektion und gibt Würde in das, was ist.
Damit Sinn lebendig bleibt, braucht es Schärfe – „Wasabi“ hier bewusst als Wortbild, nicht als Fachbegriff der Glücksforschung: ein klares Brennen, das sortiert, was bleiben darf, was gehen darf, was jetzt wichtig ist.
Richtung durch Ikigai, Weite durch Wabi-Sabi, Wahrheit durch »Wasabi« – zusammen öffnen sie Tiefe, und in Tiefe liegt Frieden.
Hinweis: „Ikigai“ und „Wabi-Sabi“ sind japanische Kulturbegriffe. Die hier beschriebene Anwendung spiegelt meine persönliche Praxis wider und erhebt keinen Anspruch auf eine traditionelle oder medizinische Wirkung.
🍂 Wabi-Sabi – die Schönheit des Unvollkommenen
Glück wird tiefer, wenn Unvollkommenheit nicht bekämpft, sondern gewürdigt wird. Wabi-Sabi ist kein Ausreden-Konzept, sondern eine zarte, klare Art, die Welt zu sehen: Alles lebt, verändert sich, trägt Spuren – und ist als Spur schön.Ein Tisch mit Kerben vom Leben und doch gedeckt. Ein Projekt, das nicht perfekt, aber ehrlich fertig ist. Ein Gesicht im Morgenlicht – Frieden mit Linien, die von Liebe und Mut erzählen. Eine Beziehung, nicht glatt, aber aufmerksam – tägliche Reparatur statt Fassade.Ein kleines Ritual genügt: den Blick auf etwas Unvollkommenes richten, Hand aufs Brustbein, vier Züge ein, sechs aus, innerer Satz: „So darf es sein.“ Und spüren, wie Druck weicht – und Wärme kommt.
Hinweis: Die Idee von Wabi-Sabi stammt aus dem japanischen Kulturraum; meine Beschreibung versteht sich als achtsame, persönliche Deutung – ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder therapeutische Wirkung.
🌈 Die Landschaft des Glücks
Glück ist größer als Wärme. Es spricht viele Sprachen: Ruhe, wenn der innere Lärm abfällt; Lebendigkeit, wenn der Körper wach wird und der Schritt Rhythmus findet; Verbundenheit, wenn ein Blick gehalten wird; Sinn, wenn Tun Würde bekommt; Staunen, wenn die Welt größer ist als Gedanken; Spiel, wenn Freude führt; Meisterschaft, wenn Können wächst und Flow entsteht; Großzügigkeit, wenn Geben weiter macht. Glück ist keine einzelne Tür, sondern eine Landschaft mit vielen Wegen – je mehr du kennst, desto öfter findest du hinein.
🥨 Glück bei uns: Österreichisch-deutsche Färbung
Glück hat hier einen erdigen Klang. Weniger Feuerwerk, mehr Zufriedenheit, die in den Schultern ankommt. Ein Abend, der leise ausklingt. Feierabend, der den Tag würdevoll schließt. Gemütlichkeit, die nicht träge macht, sondern sagt: „Hier ist gut. Hier bin ich richtig.“ Ein Tisch, an dem man beisammensitzt – Heuriger im Sommer, Brettljause im Herbst, Suppenduft im Winter – und in den Stimmen liegt Wärme. Ein Sonntagsspaziergang, der Ordnung in den Kopf bringt und den Atem weicher macht. Das erste Licht im Advent, Wachsduft und ein Hauch von Kindheit. Die ersten Schneeflocken, die die Stadt dämpfen, bis selbst die Gedanken leiser werden. Ein Bergblick, der nichts erklärt und doch alles sortiert – und für einen Herzschlag spürst du: So fühlt sich Frieden an.Bei uns klingt Glück oft nach Maß und Haltung: nicht groß, nicht laut, aber echt. Verlässlichkeit wärmt – pünktlich sein, Wort halten, sauber arbeiten. Gemeinschaft trägt – der Verein, das Dorf, die Nachbarschaft, die plötzlich vor der Tür steht, wenn Hilfe notwendig wird. Selbstwirksamkeit beruhigt – „Ich kann’s richten“, nicht als Prahlerei, sondern als ruhige, geerdete Kompetenz. Heimatgefühl heißt weniger Postkarte, mehr Vertrautheit: der Bäcker, der deinen Namen kennt; der Waldweg, den deine Füße blind finden; die Hausnummer, die im Dunkeln wie ein kleines Leuchten wirkt.
Unsere Sprache verrät viel:
„Jeder ist seines Glückes Schmied.“ – Glück braucht Tun und Würde.
„Glück im Unglück.“ – Wir kennen Standhaftigkeit und das Licht im Schatten.
„Schwein haben.“ – Ein Augenzwinkern über die Launen des Lebens.
„Pechvogel“ und „Glückspilz“ – wir wissen, dass das Pendel schwingt. Dazwischen liegt eine stille Gelassenheit: nicht alles kontrollieren, aber stehen – und das Gute würdigen, wenn es da ist.
🕊️ „Das Glück is a Vogerl“
Glück setzt sich dorthin, wo es still ist; es kommt, wenn Hände offen sind und nicht greifen. Wer es festhält, scheucht es; wer ihm einen Platz baut, wird oft besucht. Ein verlässlicher Feierabend, an dem eine Kerze brennt und der Tag sanft loslässt. Ein Tisch, an dem gelacht und zugehört wird, bis aus Stimmen Nähe wird. Ein Waldweg, der deinen Schritt kennt, Rindenduft, kalte Luft, und plötzlich wird der Brustkorb weit.
Also kein Jagen – Nisten. Kleine, heilige Gewohnheiten: eine Kerze am Fenster, drei ruhige Atemzüge, ein ehrliches Wort, eine faire Tat. Sinn ist der Ast, auf dem es landet;
Wabi-Sabi die Geduld, die den kleinen Riss vergoldet; Wasabi die Klarheit, die zeigt, was bleiben darf. Und dann sitzt es da, das Vogerl – nah genug, dass du Wärme spürst, frei genug, um wiederzukommen.
💫 Kann man Glück beeinflussen?
Ja – indem du Bedingungen schaffst, die Herz öffnen. Hände werden langsamer, Schultern sinken, vor der Tür berührt kalte Luft die Wangen, der Blick holt den Horizont. Dankbarkeit richtet den Fokus, Echtheit erlöst vom Rollenstress, Ikigai sammelt Kraft, Wabi-Sabi entspannt, Wasabi hält wach. Glück ist kein Dauerzustand; es pulsiert wie ein ruhiger, warmer Puls. Wer es festnagelt, verliert es; wer es atmen lässt, findet es wieder. Es fühlt sich an nach Geborgenheit ohne Abhängigkeit, nach Klarheit ohne Härte, nach innerem Einrasten, wenn Leben und Herz dieselbe Sprache sprechen. Warten friert Nähe ein. Nähe entsteht im Tun: ein ehrliches Wort, ein kleines Nein, ein kurzer Weg um den Block, ein Anruf, der gut tut.
Bewegung lädt Glück ein; Starre hält es fern.
🍯 Glück in Minidosen
Wenn Glück fern wirkt, helfen keine großen Pläne, sondern Nähe in kleinen, verlässlichen Dosen. Die Hand ruht auf dem Brustbein, der Atem folgt vier Zügen ein und sechs aus – der Körper merkt: Ich bin hier. Das Fenster öffnet sich, die Augen wandern in die Weite – innen wird es weiter. Ein Temperaturwechsel – kaltes Wasser über die Handgelenke oder eine warme Tasse in beiden Händen – hilft, im Körper anzukommen. Eine kurze Nachricht ohne Forderung stellt Verbindung her. Ein winziger Akt mit Bedeutung – Pflanze gießen, danken, eine kleine Ordnung schaffen – setzt Sinn in klein. Am Ende des Tages genügt eine Sache, die gut war. Keine Show, sondern die stille Rückkehr zum Grund.
🍀 Glücksbringer mit einer Prise Magie
Glücksbringer sind keine Deals mit dem Schicksal, sondern Anker. Ein glatter Stein vom Lieblingsweg, eine Muschel vom Wasser, ein schlichtes Band, eine kleine Karte mit einem Wort, das trägt. Der Wert liegt nicht im Objekt, sondern in der Erinnerung, die es ruft:
Du bist da. Du bist verbunden. Du hast schon Schweres geschafft.
Ein kurzes Ritual lässt den Anker bewusster werden: behutsam reinigen – Wasser, Rauch oder Fensterlicht; beide Hände darum; Füße am Boden; der Atem wieder vier zu sechs; ein Satz, der sammelt – „Ich bin da“, „Ich bin getragen“, „Ich erinnere mich an meinen Grund“. Trag ihn nah am Körper und berühre ihn bewusst vor Entscheidungen oder wenn Schärfe gebraucht wird.
Wabi-Sabi gilt auch hier: Spuren sind schön. Ein Stein mit Kerbe, ein Band mit Faden, eine Tasse mit feinem Riss erzählen, dass etwas gelebt hat. Fühlt sich der Anker irgendwann schwer an, verabschiede ihn bewusst, damit er kein Gewicht wird.
🍄 Glückspilz & 🐞 Marienkäfer – kleine Zeichen, große Wärme
Es gibt diese stillen Besucher am Wegesrand: ein Glückspilz unter Moos, der rot aufleuchtet, als hätte der Wald kurz gelächelt. Ein Marienkäfer, der auf deinem Ärmel landet, so leicht, dass du ihn erst am Kribbeln merkst. Beide erinnern daran, dass Gutes nicht erzwungen werden muss; es findet dich, wenn du offen bist.
Mach aus ihnen Anker ohne Aberglaube, mit Herz.
Heb unterwegs ein kleines Fundstück auf – Pilzhut, Blatt, Zapfen – leg es in deine Handfläche und atme vier Züge ein, sechs aus. Sag dir leise: „Ich erlaube dem Guten, mich zu finden.“ Dann bekommt das Fundstück einen Platz am Fenster. Nicht als Talisman, sondern als Erinnerung an Offenheit. Wenn ein Marienkäfer auftaucht – echt oder als Bild – halte für einen Atemzug still.
„Ich darf es leicht nehmen.“ Schultern sinken, der Tag wird weicher.
Am Abend genügt eine Zeile: Was war heute dein Glückspilz-Moment? Der freie Parkplatz, ein Anruf zur richtigen Zeit, ein Blick, der getragen hat. Keine Beweise, nur Würdigung – so lernt dein Fokus, das Helle zu bemerken.
Mit Kindern wird daraus ein kleines Fest: Jedes gute Zeichen wird auf ein Herzpapier geschrieben und wandert ins Glücksglas. Wenn es voll ist, zusammen lachen, zusammen dankbar sein. Glück wird sichtbar, weil ihr es teilt.
Wabi-Sabi passt zu all dem: ein getrockneter Pilzabdruck, ein bemalter Kiesel als Marienkäfer, ein Glas mit kleinen Kratzern – Spuren erzählen, dass etwas gelebt hat. Wasabi hält die Linie: Anker ja, Abhängigkeit nein.
Die Zeichen sind Einladungen, keine Verträge mit dem Schicksal.
Sanfter Hinweis: Das sind Achtsamkeitsimpulse, keine Wirkungsgarantien – und genau deshalb so kostbar.
🧭 Sinn – unabhängig von Umständen
Sinn macht Glück tragfähig – unabhängig von Wetter, Zahlen und Launen. Sinn ist eine Haltung, wie du heute auftauchst.
In der Nachtschicht liegt Sinn darin, eine Hand und einen Blick zu halten.
In der Selbständigkeit liegt Sinn darin, ehrlich zu arbeiten, fair zu berechnen, sauber zu liefern.
In der Pflege liegt Sinn in der Würde der Routine.
In der Reha liegt Sinn im kleinen Fortschritt, der gesehen und gewürdigt wird.
Ein leiser Kompass hilft täglich in zwei Minuten:
Wem diene ich heute konkret?
Wodurch wird es würdevoll?
Wofür stehe ich hier – Klarheit, Ruhe, Fairness, Liebe, Mut?
Was lasse ich weg, damit es wahr bleibt?
Eine Hand liegt kurz aufs Brustbein, der Atem folgt, und der Satz trägt:
„Ich diene in Würde.“
🌻 Die sieben Säulen des Glücks
Bewusstsein. Sehen statt funktionieren. Später Abend, Küche im Halbdunkel, die Hände um ein Glas Wasser; Luft wird spürbar, der Atem findet seinen Platz. „Nicht höher, echter“, sagt jemand nach einer Seelenreise – genau so fühlt sich Wachheit an.
Bedeutung (Ikigai). Sinn als leiser Motor. Leerer Schulgang, ein Kind bleibt zurück: „Danke, dass Sie geblieben sind.“ Kein Applaus, nur Resonanz – das Herz wird satt.
Echtheit. Ein klares Nein ohne Kampf – und etwas ordnet sich, innen wie außen.
Verletzlichkeit (Wasabi – als Metapher). Die Tür des Arztzimmers, Tränen wärmen das Gesicht, Worte werden einfacher, Nähe dichter. Schärfe hat Kante und weiche Wirkung – sie macht Herzen durchlässig.
Vertrauen. Vorwärts im Nebel, aber warm. Keine Garantien, nur Haltung. Morgens kalte Luft, Schritte auf Frost, eine Seite Papier mit einem ehrlichen Plan.
Dankbarkeit. Drei Zeilen am Bett. Der Kaffee roch gut. Eine Nachricht tat gut. Der Hund legte den Kopf aufs Knie. Das Leben wird nicht größer, aber weicher.
Liebe. Die Hand einer alten Frau in der eigenen, Atem im Gleichklang, ein Lächeln, das nichts mehr braucht. Liebe ist die Wärme, auf der Glück stabil schwingt. Wenn diese Säulen stehen, wird Leben nicht perfekt, aber tragfähig. Glück wandert vom Zufall zur Vertrautheit.
🔥 Drei Wege, die heute gehen
Dieselbe Arbeit bekommt eine neue Perspektive: weniger „Ich muss liefern“, mehr „Hier diene ich“ – am Abend liegt ein anderer Rücken im Bett.Ein einziges konsequentes Nein pro Woche zu dem, was auslaugt – nach Wochen sitzt Glück näher an der Haut.Übergänge werden zu Schutzräumen: Hand aufs Brustbein, vier zu sechs Atemzüge, der Satz „Ich bin da“ – die innere Lage kippt von Alarm zu Klarheit.
Kleine, ehrliche Taten pflastern den Weg.
✨ Glück wird nicht lauter, sondern wahr – das Zwischenleben als Ort innerer Begegnungen
Es existiert etwas jenseits von „glücklich“: still, grenzenlos, ohne Geschichte; in Seelenreisen ins Zwischenleben öffnet sich zuweilen ein Raum ohne Zeit, ohne Rolle, ohne Forderung; nichts drängt, nichts fehlt; Bewusstsein liegt wie warmes Licht auf allem; diese Glückseligkeit ist Geschenk und Erinnerung zugleich – Erinnerung an das, was wir sind, bevor Geschichten wieder binden; wer so schaut, erlebt Alltag tiefer; Glück wird nicht lauter, sondern wahr.Und dann beginnt das Eigentliche: du bleibst wach und erzählst, was sich zeigt – nicht alles auf einmal, sondern in langen, ruhigen Wellen, Bilder neben Körperempfindungen, Worte neben Stille; manches ist weit und licht, manches zart und nur angedeutet, manches berührt eine alte Stelle, die vorsichtig behandelt werden will; wir drängen nichts und nennen nichts größer, als es ist – genau so entsteht Wahrhaftigkeit. Es gibt Stunden, in denen Weite den Raum füllt und du dich erinnerst, wie es ist, einfach zu sein; und es gibt Stunden, in denen das Wertvollste das Unscheinbare ist: ein Blick nach innen, der nicht ausweicht, eine Wärme an einer Stelle, die lange kalt war, ein Satzteil, der erst gegen Ende vollständig wird; beides ist echt, beides trägt, weil es aus dir kommt und nicht aus Erwartung.
Gerade das Zwischenleben ist dabei etwas Herrliches: ein Ort innerer Begegnungen, an dem sich Verbundenheit zeigt – mit deiner eigenen Tiefe, mit vertrauten Seelen, mit einem Raum aus Licht und Stille; dort kann es warm werden im Herzen, weich in den Schultern, weit im Blick; manchmal wie Wiedererkennen, manchmal wie Versöhnung, manchmal einfach wie stilles Glück – wunderbar, unspektakulär und doch unvergesslich.
✨ Fazit
Glück ist Nähe – zu dir, zu Sinn, zu Menschen, zu etwas Größerem. Es entsteht, wenn Bewusstsein weich wird, Wabi-Sabi Unvollkommenheit adelt, Ikigai Richtung gibt, „Wasabi“ als Bild klärt, Echtheit entlastet, Vertrauen trägt, Dankbarkeit weitet und Liebe verbindet. Glück wächst, wenn Sinn täglich entschieden wird – unabhängig von Umständen.
Wer Glück sucht, jagt Bilder.
Wer Glück lebt, wärmt Räume. Atmen. Schauen. Entscheiden. Dasein. Genau dort liegt es.
© Isabella Hierzegger
"Wasabi“ verwende ich hier als Metapher für Klarheit/Schärfe – kein Fachbegriff der Glücksforschung.
Rechtlicher Hinweis:Dieser Text ist vollständig eigenständig verfasst und frei von urheberrechtlich geschützten Quellen. Er enthält keine medizinischen oder therapeutischen Versprechen. Rückführungen werden als spirituelle Erfahrungsarbeit verstanden, nicht als Ersatz für ärztliche oder psychologische Behandlung.





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