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🌿 Innere Freiheit

  • Autorenbild: Isa Hi
    Isa Hi
  • 19. Dez. 2025
  • 11 Min. Lesezeit
Altes Fenster in einer Steinmauer mit Blick auf das blaue Meer als Symbol für innere Freiheit
Ein altes, teilweise verfallenes Fenster in einer Steinmauer öffnet den Blick auf ein ruhiges, leuchtend blaues Meer. Die bröckelnden Ziegel rahmen die Weite dahinter ein und verstärken den Eindruck von Übergang, Loslösung und innerer Freiheit – als würde sich durch das Alte hindurch ein neuer, freier Raum zeigen

Manchmal geschieht Freiheit nicht, wenn wir loslassen, sondern wenn wir aufhören, festzuhalten. Ein Text über das, was bleibt, wenn Denken still wird – und das Herz sich erinnert, dass es schon immer frei war.



Es gibt Zeiten, in denen das Leben still wird. Kein Geräusch, kein Gedanke, kein Plan – nur dieses feine Spüren, dass etwas in Bewegung kommen will. So ein Augenblick war es, als sie mir gegenübersaß, die Hände fest ineinander verschränkt, als würde sie sich selbst festhalten wollen. „Ich weiß nicht, warum ich mich so gefangen fühle“, sagte sie leise. „Ich tue alles, was man tun sollte. Ich funktioniere. Ich bin stark. Aber tief in mir … bin ich müde.“

In der Rückführung erscheint das Bild einer Frau – vor langer Zeit, an einem Ort ohne Fenster, nur Stein, Dunkelheit und das Gefühl, vergessen worden zu sein. Kein Licht, keine Stimme, keine Bewegung – und doch ein leises, kaum wahrnehmbares Hoffen. Ein Wunsch nach Freiheit, nach Atem, nach Leben. Als sie in der Gegenwart die Augen öffnet, sind sie still, aber klar. „Ich verstehe jetzt“, sagt sie, und ein Zittern liegt in ihrer Stimme. „Es war nie meine Angst. Ich habe sie nur getragen.“

Und dann geschieht das, was Worte kaum beschreiben können: die Rückkehr zu sich selbst. Kein Spektakel, kein Wunder, sondern dieses tiefe, ehrliche Einatmen, das wie Heimkommen klingt.

Innere Freiheit – nicht als Idee, sondern als Gefühl, das man in jeder Zelle spürt.


🪶 Ein Moment innerer Freiheit

Sie kommt nach Hause und weiß schon im Türrahmen, dass der Abend voll ist. Einkäufe stehen noch an, die Küche trägt die Spuren des Tages, zwei Telefonate warten, und später gibt es noch einen Termin, der nicht verschoben werden kann. Nichts davon ist außergewöhnlich. Es ist einfach ein ganz normaler Alltag, dicht gepackt, wie so oft.

Früher wäre in diesem Moment etwas in ihr angesprungen. Dieses innere Hochfahren, das alles gleichzeitig ordnet und antreibt. Der Kopf wäre schneller geworden, der Körper straffer, jeder Handgriff begleitet von dem Gefühl, dass keine Zeit verloren gehen darf. Nicht, weil sie es eilig hat, sondern weil sie glaubt, sonst den Überblick zu verlieren.

Heute ist das anders.

Nicht, weil weniger zu tun wäre. Alles ist noch da. Aber sie merkt, dass sie innerlich nicht mehr vor dem Abend steht, sondern in ihm. Sie zieht die Schuhe aus und spürt den Boden unter den Füßen. Hängt die Jacke auf und bleibt für einen Moment bei dieser Bewegung. Kein Innehalten, kein Anhalten – eher ein Dabeibleiben. Ein Schritt nach dem anderen, ohne innerlich schon zwei Schritte weiter zu sein.

In der Küche räumt sie ein paar Dinge weg. Teller in die Spülmaschine. Arbeitsfläche frei machen. Sie macht nicht alles auf einmal. Sie macht das, was sie gerade tut. Gedanken tauchen auf – an Telefonate, an die Zeit, an das, was noch kommt. Sie hört sie, aber sie greifen nicht mehr ein. Sie dürfen da sein, während sie weitermacht. Schritt für Schritt. Handlung für Handlung.

Sie nimmt die Einkaufstasche, geht los. Beim Einkaufen ist sie ganz bei dem, was sie braucht. Greift nach einem Produkt, legt es in den Korb, geht weiter. Kein innerliches Antreiben, kein Beschleunigen. Auch kein absichtliches Langsamsein. Einfach dieses klare Tun: jetzt das, dann das Nächste.

Zu Hause stellt sie die Taschen ab, räumt ein. Dann setzt sie sich und ruft an. Sie hört zu, antwortet, sagt, was nötig ist. Nicht nebenbei. Nicht mit halbem Ohr. Ein Gespräch nach dem anderen. Wenn es beendet ist, ist es beendet. Sie trägt es nicht weiter.

Der Abend geht weiter. Haushalt. Termin. Noch ein Telefonat. Alles passiert. Aber nichts verschmilzt mehr zu einem inneren Knäuel. Jeder Schritt hat seinen Platz. Jede Aufgabe ihren Moment. Sie ist ganz da – nicht im Sinne von Konzentration, sondern im Sinne von Anwesenheit.

Und dann merkt sie etwas, ganz leise, fast nebenbei: Sie fühlt sich auf eine stille Weise zufrieden mit sich selbst. Nicht stolz. Nicht erleichtert. Viel eher ruhig - richtig. Als würde etwas in ihr nicken und sagen: So ist es gut. Kein Urteil. Kein Vergleich. Kein innerer Kommentar. Nur dieses tiefe, unspektakuläre Einverstanden-Sein mit sich.

Die Aufgaben haben Kraft gekostet, ja. Aber sie haben ihr nichts genommen. Im Gegenteil: Sie fühlt sich innerlich aufgeräumt, nicht weil alles erledigt ist, vielmehr weil sie sich selbst nicht verloren hat. Da ist eine feine Wärme im Körper, eine leise Stabilität, die bleibt, auch wenn der Abend noch weitergeht.

Das ist die innere Belohnung.

Nicht Lob. Nicht Erleichterung. Sondern dieses seltene Gefühl, sich selbst treu geblieben zu sein – mitten im Leben.

Als der Tag leiser wird, denkt sie nicht: Geschafft. Sie denkt auch nicht: Endlich Ruhe.

Sie merkt einfach: Ich habe mein Leben heute bewohnt. Schritt für Schritt. Ohne Eile. Ohne Flucht.

Und genau darin liegt diese stille, echte innere Freiheit – die nichts verspricht, aber etwas hinterlässt: ein gutes, klares Einverstanden-Sein mit sich selbst.


💫 Innere Freiheit – die leise Revolution

Innere Freiheit ist kein Ziel, das man erreicht, und kein Zustand, den man verteidigen muss. Sie ist das Erwachen inmitten des Gewöhnlichen. Sie ist das Erkennen, dass Frieden nicht entsteht, wenn alles perfekt ist, sondern wenn wir aufhören, uns selbst zu bekämpfen.

Viele suchen sie im Außen – in Veränderungen, Orten, Beziehungen, Erfolgen. Doch Freiheit hat nichts mit Umständen zu tun. Sie ist ein Zustand des Seins. Sie entsteht, wenn wir begreifen, dass niemand außer uns selbst die Fesseln in der Hand hält. Wenn wir beginnen, uns nicht mehr über das definieren, was uns passiert ist, hingegen über das, was wir daraus gemacht haben.

Innere Freiheit bedeutet: Ich darf fühlen, was ich fühle. Ich darf vergeben – auch mir selbst. Ich darf aufhören, stark zu sein. Ich darf einfach sein.


🌙 Warum wir vergessen, dass wir frei sind

Wir kommen frei auf diese Welt. Und dann beginnen wir, Rollen zu übernehmen, Erwartungen zu erfüllen, still zu werden, um dazuzugehören. Wir lernen, uns zu verstellen, und nennen es später Anpassung. Wir verdrängen und nennen es Stärke. Wir vergessen und nennen es Erwachsensein.

Doch tief in uns bleibt etwas wach – dieses zarte Wissen, dass wir einmal mehr waren als all das. Dieses Flüstern, das sagt: Du bist nicht deine Geschichte.

In Rückführungen begegnen viele diesem Wissen wieder. Sie sehen sich selbst in anderen Zeiten, anderen Körpern, anderen Lebensgeschichten – und erkennen: Das, was sie trägt, ist größer als ein Leben. Diese Erkenntnis schenkt Frieden. Weil sie zeigt, dass nichts verloren geht – keine Erfahrung, keine Liebe, kein Licht.


🎬 Schmetterling und Taucherglocke – Freiheit trotz Grenzen


Manchmal berührt uns ein Film tiefer als viele Worte. Schmetterling und Taucherglocke (Regie: Julian Schnabel, 2007) erzählt die wahre Geschichte des Journalisten Jean-Dominique Bauby. Nach einem schweren Schlaganfall ist sein Körper nahezu vollständig gelähmt. Nur ein Augenlid kann er noch bewegen. Und doch entsteht aus genau diesem einen, verbliebenen Bewegungsraum ein ganzes Buch – Buchstabe für Buchstabe, Gedanke für Gedanke.

Sein Körper wird zur Taucherglocke: schwer, eng, unbeweglich. Sein inneres Erleben jedoch bleibt lebendig. In Gedanken reist er durch Erinnerungen, durch Nähe und Verlust, durch Liebe und Schmerz. Und mitten in dieser äußersten Begrenzung entdeckt er etwas Entscheidendes: Freiheit ist nicht nur eine Frage des Körpers. Sie entsteht dort, wo Bewusstsein lebendig bleibt.


Viele Menschen berichten in Rückführungen von einem ähnlichen Erkennen. Nicht das Außen hält sie fest, sondern innere Bilder, alte Gefühle, übernommene Muster. Dinge, die lange getragen wurden, oft unbewusst. Bis der Moment kommt, in dem klar wird: Das, was befreien kann, war nie verloren. Es war nur vergessen.

Baubys Geschichte steht sinnbildlich für diesen inneren Wendepunkt. Für das Erinnern daran, dass Freiheit nicht dort endet, wo Grenzen sichtbar werden – sondern dort beginnt, wo das Bewusstsein wieder Raum bekommt.



🌸 Der Mut, durch den Schmerz zu gehen

Freiheit ist kein sanfter Weg. Sie fordert uns heraus, weil sie Ehrlichkeit verlangt – und weil sie alles auflöst, was nicht echt ist. Sie konfrontiert uns mit dem, was wir lange verdrängt haben: mit unserer Angst, unserer Trauer, unserem alten Schmerz. Aber dort, wo wir den Mut haben hinzusehen, verliert der Schmerz seine Macht.

Innere Freiheit bedeutet nicht, dass nichts mehr wehtut. Sie bedeutet, dass wir wissen, wer wir sind, auch wenn es weh tut. Sie bedeutet, dass wir uns nicht mehr selbst verlieren, wenn das Leben uns prüft.


🌤 Wenn die Seele wieder atmet

Manchmal zeigt sich Freiheit in den kleinsten Dingen. In einem Atemzug, der tiefer wird. In einem Lächeln, das aus dem Nichts entsteht. In dem Gefühl, endlich wieder ganz zu sein. Nach einer Rückführung erzählen viele Menschen, dass sie plötzlich spüren: Das Leben ist wieder weit. Die Angst ist vielleicht nicht weg – aber sie hat ihre Schärfe verloren.

Freiheit ist kein lautes Gefühl. Sie ist still, weit, liebevoll. Sie ist das sanfte Wissen: Ich muss nichts mehr beweisen. Ich darf leben, ohne ständig zu kämpfen. Ich darf sein, wer ich bin.


🌺 Freiheit ist Erinnerung

Freiheit ist kein Aufbruch. Sie ist Heimkehr. Sie ist das tiefe Erinnern an das, was wir waren, bevor Angst, Zweifel und Schuld uns leiser machten. Sie ist der Moment, in dem die Seele sagt: Jetzt erinnere ich mich. Jetzt bin ich wieder ich.

Rückführungen öffnen diese Tür – auch in vergangene Erfahrungen, aber vor allem in ein Bewusstsein, das schon immer da war. Denn dort, wo die Seele sich erinnert, kann Angst ihre Macht verlieren – und Leben wieder spürbar werden.


🕊 Das Gefühl, wirklich frei zu sein

Es gibt Augenblicke, in denen alles still wird. Kein Gedanke, kein Müssen, kein Plan. Nur Atem. Nur Sein. In diesen Momenten entsteht ein Raum – weit, grenzenlos, friedlich. Kein Denken hält ihn fest, kein Wollen stört ihn. Er ist einfach da.

Doch um ihn zu betreten, braucht es Mut – und Vertrauen. Denn Freiheit lässt sich nicht erzwingen. Sie zeigt sich nur, wenn man bereit ist, loszulassen. Loszulassen, was man glaubt zu sein. Loszulassen, was man ständig festhält: Sorgen, Vorstellungen, Erwartungen. Loszulassen, auch den Wunsch, etwas kontrollieren zu müssen.

Wer sich darauf einlässt, betritt einen Zustand, der sich mit Worten kaum beschreiben lässt. Es ist, als würde man sich selbst wieder begegnen – jenseits von Rollen, Erinnerungen, Verpflichtungen. Nichts drängt, nichts zieht, nichts will etwas. Man ist einfach da.

Und in dieser Tiefe geschieht etwas Wunderschönes: Man erkennt, dass Freiheit nicht etwas ist, das man suchen muss – sie war die ganze Zeit da, unter all den Schichten von Denken und Tun. Wenn man sich traut, still zu werden, wenn man sich erlaubt, einfach zu sein, dann öffnet sich dieser Raum von selbst. Kein Druck, kein Ziel, kein Plan – nur Sein.


Und dieses Gefühl … dieses vollkommene, beglückende, friedliche Gefühl … es ist, als würde das Leben selbst einen für einen Moment umarmen. Als würde alles Schwere weicher werden. Und plötzlich weiß man: Das ist Freiheit. Nicht, weil man entkommt. Sondern, weil man angekommen ist. 🌿


🌕 Was du wirklich tun kannst – wenn du Freiheit nicht nur suchst, sondern fühlen willst

Innere Freiheit beginnt nicht in der Meditation oder im Rückzug. Sie beginnt, wenn du dich dir selbst stellst – kompromisslos ehrlich. Solange du dir etwas vormachst, bist du nie frei.

Freiheit bedeutet, den Mut zu haben, alles zu fühlen, was du jahrelang weggeschoben hast. Sie entsteht, wenn du aufhörst, dich ständig abzulenken. Wenn du da sitzt – mitten in deinem Leben – und sagst: Ja, das ist es. Es ist nicht perfekt. Es tut weh. Und trotzdem bin ich da.

Einer der kraftvollsten Wege zur inneren Freiheit ist Selbstwahrhaftigkeit. Nicht das Schönreden, nicht das Überschminken des Lebens mit spirituellen Worten, sondern das Annehmen dessen, was ist.

Freiheit hat immer mit Wahrheit zu tun. Und Wahrheit fühlt sich am Anfang selten angenehm an. Aber sie befreit. Denn sie beendet den Krieg mit dir selbst.

Freiheit bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen – nicht Schuld, sondern Verantwortung: für deine Entscheidungen, deine Reaktionen, deine Geschichte. Solange du anderen die Macht gibst, bleibt etwas in dir gebunden. Wenn du begreifst: Niemand kann mich innerlich gefangen halten, außer ich selbst, dann beginnt etwas in dir, sich zu bewegen.

Freiheit entsteht, wenn du nicht mehr flüchtest. Wenn du bleibst, wo es unbequem ist, und dich nicht mehr von Schmerz, Meinung oder Angst vertreiben lässt. Dann verliert das, was dich bindet, seine Kraft.

Und irgendwann merkst du:

Du musst nichts loslassen – du musst nur aufhören, festzuhalten.


Loslassen ist ein aktiver Versuch, etwas wegzubringen – und erzeugt oft neuen Druck. Aufhören festzuhalten heißt, die innere Spannung zu beenden, mit der wir etwas kontrollieren oder bekämpfen.Freiheit entsteht nicht, weil etwas geht, sondern weil nichts mehr dagegenhält.


Sie hält das Glas so fest, dass ihre Hand langsam zu schmerzen beginnt. Nicht, weil das Glas schwer wäre, sondern weil sie Angst hat, es fallen zu lassen. Irgendwann merkt sie: Das Glas steht längst auf dem Tisch. Sie hat es die ganze Zeit festgehalten, obwohl es nichts zu halten gab.

In dem Moment, in dem sie die Anspannung in der Hand bemerkt und sie einfach löst, passiert nichts Spektakuläres. Das Glas bleibt stehen. Es fällt nichts. Es geht nichts verloren. Nur der Schmerz ist weg.

So ist es auch innen. Man muss nichts loslassen. Man muss nur merken, wo man festhält, obwohl nichts gehalten werden muss.


Das ist kein romantischer Prozess, sondern ein ehrlicher. Er braucht Mut, Ruhe und die Bereitschaft, dich selbst zu sehen – ganz. Nicht wie du sein solltest, sondern wie du bist.

🌾 Was dieser Satz wirklich bedeutet

Viele glauben, Loslassen sei etwas, das man tun muss – als würde man aktiv etwas wegdrücken oder aufgeben. Doch genau in diesem Wollen liegt die Anspannung. Wer versucht loszulassen, hält meist noch fest – an der Vorstellung, an der Erinnerung, am Wunsch, dass es endlich vorbei sein soll.

Wirkliche Freiheit entsteht nicht, wenn du etwas „loslässt“. Sie entsteht, wenn du nicht mehr festhältst. Wenn du erkennst, dass du gar nichts mehr tun musst. Dass das, was du trägst, gehen darf – von selbst.

Aufhören festzuhalten heißt: nicht mehr kämpfen, nicht mehr analysieren, nicht mehr erklären. Es heißt, still zu werden und den Dingen zu erlauben, so zu sein, wie sie sind. Und in diesem stillen Erlauben löst sich das, was dich gebunden hat, wie von selbst.

Es ist kein Akt der Willenskraft, sondern ein Moment der Klarheit. Ein Aufhören des inneren Widerstands. Und genau in diesem Moment geschieht sie – die Freiheit. Leise, unaufgeregt, echt. 🌿

🌱 Nicht aufgeben – annehmen

„Aufhören festzuhalten“ bedeutet nicht, sich einer Krankheit, einem Schmerz oder einer schwierigen Situation zu ergeben. Es heißt nicht, die Hoffnung aufzugeben oder passiv zu werden. Im Gegenteil: Es ist der Moment, in dem die Energie, die bisher im inneren Widerstand gebunden war, wieder verfügbar wird.  Man darf und soll handeln, behandeln und Entscheidungen treffen – ohne innerlich gegen sich selbst zu kämpfen.

Solange wir innerlich kämpfen – gegen unseren Körper, gegen Symptome, gegen das, was gerade ist – fließt ein Teil unserer Kraft in diesen Kampf. Wenn wir aufhören, dagegen anzuhalten, entsteht Raum. Nicht, weil wir „aufgeben“, sondern weil wir aufhören, unsere gesamte Energie im Widerstand zu verbrennen.

Dieser Raum bedeutet nicht Stillstand. Er ist die Voraussetzung dafür, überhaupt sinnvoll handeln zu können. Erst wenn der innere Kampf leiser wird, können wir klarer spüren, was jetzt wirklich hilfreich ist: ein Schritt, eine Entscheidung, Unterstützung, Behandlung, Veränderung – oder bewusstes Abwarten.

Annehmen bedeutet: „Ja, so ist es im Moment.“Nicht: „Ich will, dass es so bleibt.“Und auch nicht: „Ich darf nichts tun.“Sondern: „Ich höre auf, innerlich dagegen zu kämpfen, damit ich wieder handlungsfähig werde.“

Viele Menschen erleben genau dann Veränderung – nicht durch Wegdrücken oder Schönreden, sondern weil sie innerlich weicher werden, ruhiger, offener. Sie beginnen, mit sich zu arbeiten statt gegen sich. Und aus dieser inneren Ruhe heraus entstehen oft Schritte, die vorher nicht möglich waren – weil der Blick klarer wird und die Kraft wieder bei ihnen liegt.

Loslassen ist kein Aufgeben. Es ist ein Wechsel der Haltung: weg vom inneren Kampf, hin zu einer klaren, wachen Präsenz. Ein stilles Vertrauen darauf, dass Handeln aus Ruhe oft tragfähiger ist als Handeln aus Druck – und dass Leben, Körper und Seele mehr Weisheit tragen, als unser Kopf allein steuern kann. 🌿

Wirksam handeln beginnt dort, wo der innere Kampf endet.


© 2025 Isabella Hierzegger – Alle Rechte vorbehalten.Texte, Zitate und Inhalte dürfen ohne schriftliche Zustimmung der Autorin weder kopiert, verändert noch weiterverbreitet werden.




⚖️ Rückführungen ersetzen keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung und stellen kein Heilversprechen dar. Sie dienen der Bewusstwerdung, Selbsterkenntnis und spirituellen Entwicklung.


📚 Die im Beitrag erwähnte Filmanalyse bezieht sich auf: „Le Scaphandre et le Papillon“ (deutscher Titel: Schmetterling und Taucherglocke, Regie: Julian Schnabel, 2007, Pathé / Miramax). Alle Rechte an Film und Buch liegen bei den jeweiligen Rechteinhabern. Die Nennung erfolgt ausschließlich im Rahmen einer inhaltlichen Auseinandersetzung (§ 42f UrhG).

 
 
 

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